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Folge 57: Verhandlungsgeschick: Wie du Win-Win-Situationen schaffst

Folge 57: Verhandlungsgeschick: Wie du Win-Win-Situationen schaffst

Cover Folge 57
Bewerbungs- & Karriere-Podcast · Folge 57

Verhandlungsgeschick: Wie du Win-Win-Situationen schaffst

Verhandeln ist weit mehr als bloßes Feilschen um Zahlen oder Bedingungen. Es ist eine Schlüsselkompetenz für deine gesamte berufliche Laufbahn – und oft sogar für dein Privatleben. Ob du dein Gehalt verhandelst, ein Projekt mit Kolleginnen abstimmst, einen Konflikt im Team löst oder mit Kunden über Konditionen sprichst: Verhandlungsgeschick entscheidet darüber, wie zufrieden alle Beteiligten am Ende sind. Gute Verhandlerinnen und Verhandler schaffen Win-Win-Situationen, in denen beide Seiten profitieren – und langfristige Beziehungen gestärkt werden. Genau darum geht es in dieser Podcast-Folge: Maik Marx und Lia nehmen dich mit in die Welt der integrativen Verhandlung, des Harvard-Konzepts und der besten Alternativen (BATNA).

In diesem ausführlichen Beitrag fassen wir die wichtigsten Inhalte der Folge zusammen – und gehen noch weiter: Du erfährst, wie du dich strategisch vorbereitest, welche Verhandlungstechniken wirklich funktionieren, was die typischen Fehler sind und wie du speziell in Gehaltsverhandlungen souverän auftrittst. Egal, ob du gerade in einer Bewerbungsphase steckst, eine neue Position antrittst oder in deinem Job mehr Verantwortung und Gehalt aushandeln möchtest: Dieser Leitfaden gibt dir das Werkzeug an die Hand. Und wenn du persönliche Unterstützung suchst – etwa durch ein professionelles Coaching oder eine AVGS-geförderte Beratung –, findest du am Ende konkrete Anlaufstellen. Los geht’s mit den Grundlagen.

Was ist eine Verhandlung – und warum verhandeln wir ständig?

Eine Verhandlung ist im Kern ein Kommunikationsprozess, bei dem zwei oder mehr Parteien versuchen, eine Einigung zu erzielen. Jede Seite bringt eigene Interessen, Wünsche oder Forderungen mit – und das Ziel ist, eine gemeinsame Lösung zu finden. Verhandlungen sind kein Ausnahmezustand, sondern Alltag: Du verhandelst, wenn du im Team über Zuständigkeiten sprichst, wenn du mit deiner Chefin über Urlaubstage diskutierst, wenn du als Selbstständige Honorare aushandelst – und natürlich, wenn du dein Gehalt verhandelst.

Oft liegen die Interessen der Beteiligten nicht offen auf dem Tisch. Hinter jeder Position steckt ein tieferes Bedürfnis. Vielleicht geht es dir gar nicht nur um mehr Geld, sondern vor allem um Wertschätzung deiner Leistung. Vielleicht braucht dein Verhandlungspartner nicht zwingend den niedrigsten Preis, sondern vor allem Sicherheit und Verlässlichkeit. Diese verborgenen Interessen zu erkennen und anzusprechen, ist der Schlüssel zu erfolgreichen Verhandlungen.

In vielen Verhandlungen herrschen ungleiche Machtverhältnisse: Der Arbeitgeber hat oft strukturell mehr Macht als die Bewerberin, der Großkunde mehr als der kleine Dienstleister. Trotzdem kannst du durch gute Vorbereitung, klare Argumentation und geschickte Techniken deine Position stärken. Laut Statistiken der Bundesagentur für Arbeit spielt die Verhandlungskompetenz eine zunehmend wichtige Rolle in der modernen Arbeitswelt – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und agileren Arbeitsformen.

Wichtig ist auch: Verhandlungen sind selten einmalig. Eine gute Verhandlung ist der Beginn einer langfristigen Beziehung. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf kurzfristigen Gewinn zu schielen, sondern auf nachhaltige Lösungen, die beide Seiten zufriedenstellen. Genau hier setzt das Konzept der Win-Win-Verhandlung an, das wir gleich vertiefen.

  • Zwei oder mehr Parteien suchen aktiv nach einer Einigung über unterschiedliche Interessen
  • Kommunikation und Austausch von Argumenten, Positionen und Vorschlägen stehen im Mittelpunkt
  • Kompromisse sind oft nötig – doch im besten Fall vergrößert man gemeinsam den „Kuchen“ statt ihn nur zu teilen
  • Langfristige Beziehungen und Vertrauen sind oft wichtiger als der kurzfristige Vorteil in einer einzelnen Runde
Cover Folge 57 – Verhandlungsgeschick – wie man erfolgreich verhandelt und Win-Win-Situationen schafft
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Ob Gehaltsverhandlung, Projektabsprachen oder Konfliktlösung – wir verhandeln täglich, oft ohne es zu merken. In Folge 57 unseres Podcasts zeigt dir Maik Marx, wie du erfolgreich verhandelst, starke Positionen aufbaust und Lösungen findest, bei denen alle Seiten gewinnen. Erfahre die wichtigsten Strategien, Techniken und Praxistipps für deine nächste Verhandlung.

▶ Zur Folge

Distributive vs. integrative Verhandlung: Die zwei Grundtypen

In der Verhandlungslehre unterscheidet man klassisch zwischen zwei Hauptarten: der distributiven (verteilenden) und der integrativen (interessenbasierten) Verhandlung. Bei der distributiven Verhandlung geht es darum, einen festen „Kuchen“ zu verteilen. Was die eine Seite gewinnt, verliert die andere – eine klassische Win-Lose-Situation. Ein typisches Beispiel ist der Autokauf: Der Verkäufer möchte einen hohen Preis, du als Käuferin einen niedrigen. Jeder Euro, den du sparst, fehlt dem Verkäufer.

Diese Art der Verhandlung nennt man auch Positionsverhandlung oder Verteilungsverhandlung. Sie ist hart umkämpft und oft konfliktreich, weil beide Seiten gegensätzliche Ziele verfolgen. Das Problem: Langfristige Beziehungen leiden, wenn eine Seite sich „über den Tisch gezogen“ fühlt. Deshalb ist die distributive Verhandlung vor allem dort üblich, wo es um einmalige Transaktionen geht – etwa beim Gebrauchtwagenkauf oder bei Preisverhandlungen auf dem Flohmarkt.

Die integrative Verhandlung hingegen sucht nach Lösungen, die für beide Seiten vorteilhaft sind. Statt den Kuchen nur zu teilen, versuchen die Parteien, ihn zu vergrößern. Das gelingt, indem man die wahren Interessen beider Seiten erkundet und kreative Optionen entwickelt. Vielleicht ist dir als Arbeitnehmerin nicht nur das Bruttogehalt wichtig, sondern auch Homeoffice-Möglichkeiten, Weiterbildungsbudget oder flexible Arbeitszeiten. Dein Arbeitgeber wiederum hat vielleicht wenig Spielraum beim Gehalt, kann aber bei Benefits flexibel sein. So entsteht eine Win-Win-Situation.

Das bekannteste Modell für integrative Verhandlungen ist das Harvard-Konzept (auch „sachbezogenes Verhandeln“ oder „Verhandeln nach Interessen“ genannt), entwickelt von Roger Fisher und William Ury in den 1980er Jahren. Es wird heute weltweit in Unternehmen, Organisationen und sogar in der internationalen Diplomatie eingesetzt. Ziel ist es, faire und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen, bei denen die Beziehung der Verhandlungspartner erhalten bleibt – oder sogar gestärkt wird.

  • Distributiv (verteilend): Feste Ressource wird aufgeteilt – Win-Lose-Logik, oft konfrontativ
  • Integrativ (interessenbasiert): Gemeinsame Wertschöpfung – Win-Win-Logik, kooperativ und kreativ
  • Harvard-Konzept: Bekannteste Methode der integrativen Verhandlung, basiert auf vier Grundsätzen
  • Realität: Die meisten Verhandlungen sind eine Mischung – doch je integrativer, desto nachhaltiger das Ergebnis
Lia und Maik beim Handschlag, im Hintergrund applaudieren Kollegen

Das Harvard-Konzept und BATNA: Deine strategische Basis

Das Harvard-Konzept beruht auf vier zentralen Grundsätzen, die jede Verhandlung strukturieren und fair gestalten. Erster Grundsatz: Menschen und Probleme trennen. Das bedeutet: Sei hart in der Sache, aber weich zu den Menschen. Trenne die sachlichen Fragen von der persönlichen Ebene. Auch wenn du mit deinem Gegenüber nicht einer Meinung bist, behandle sie oder ihn mit Respekt und Wertschätzung. Das schafft Vertrauen und öffnet Türen für kreative Lösungen.

Zweiter Grundsatz: Fokussiere auf Interessen statt Positionen. Eine Position ist das, was jemand will („Ich will 5.000 Euro Gehalt“). Ein Interesse ist das Warum dahinter („Ich will finanzielle Sicherheit, Anerkennung meiner Leistung, Planbarkeit für meine Familie“). Wenn du die Interessen erkennst, kannst du oft Alternativen finden, die beide Seiten zufriedenstellen. Vielleicht ist ein niedrigeres Fixgehalt plus Bonusregelung oder betriebliche Altersvorsorge für dich und den Arbeitgeber akzeptabel.

Dritter Grundsatz: Entwickle gemeinsam Optionen zum beiderseitigen Vorteil. Bevor ihr euch auf eine Lösung festlegt, sammelt möglichst viele Ideen – ohne sie sofort zu bewerten. Brainstorming, auch in Verhandlungen, kann überraschende Wege aufzeigen. Vierter Grundsatz: Nutze objektive Kriterien als Entscheidungsgrundlage. Statt sich auf persönliche Machtspiele zu verlassen, orientiert ihr euch an fairen Standards: Marktdaten, Branchenbenchmarks, gesetzliche Vorgaben, unabhängige Gutachten. Das Statistische Bundesamt oder Gehaltsvergleichsportale liefern zum Beispiel objektive Zahlen für Gehaltsverhandlungen.

Ein weiteres Schlüsselkonzept ist die BATNA – die Best Alternative to a Negotiated Agreement, also deine beste Alternative, falls die Verhandlung scheitert. Deine BATNA ist deine Verhandlungsmacht. Wenn du zum Beispiel bereits ein anderes Jobangebot in der Tasche hast, kannst du selbstbewusster in die Gehaltsverhandlung gehen – du bist nicht auf diesen Job angewiesen. Kläre vor jeder wichtigen Verhandlung: Was ist meine BATNA? Wie stark ist sie? Und: Was ist vermutlich die BATNA der Gegenseite? Je besser deine Alternative, desto stärker deine Position.

  • Menschen und Probleme trennen: Respektvoll bleiben, auch bei inhaltlichen Konflikten
  • Interessen vor Positionen: Das Warum erkunden, nicht nur das Was verhandeln
  • Gemeinsam Optionen entwickeln: Kreativität und Brainstorming statt Entweder-oder-Denken
  • Objektive Kriterien nutzen: Faire Standards (Marktdaten, Benchmarks) als Orientierung
  • BATNA kennen: Deine beste Alternative gibt dir Verhandlungssicherheit und Selbstbewusstsein
Lia und Maik bei einem herzlichen Handschlag vor einem modernen Bürogebäude

Vorbereitung ist alles: So gehst du strategisch in Verhandlungen

Erfolgreiche Verhandlerinnen und Verhandler unterscheiden sich vor allem in einem Punkt von weniger erfolgreichen: ihrer Vorbereitung. Wer gut vorbereitet in eine Verhandlung geht, hat einen klaren Vorteil – und kann auch unter Druck souverän reagieren. Die Vorbereitung beginnt mit der Klärung deiner Ziele: Was will ich erreichen? Was ist mein Best Case, mein Realistic Case und mein Worst Case? Definiere auch deine Prioritäten: Was ist mir wirklich wichtig, wo bin ich bereit nachzugeben?

Analysiere deine Interessen ehrlich: Geht es dir um Geld, um Anerkennung, um Work-Life-Balance, um Weiterentwicklung? Oft sind mehrere Interessen im Spiel – und nicht alle lassen sich mit einem Verhandlungspunkt abdecken. Deshalb lohnt es sich, ein Verhandlungspaket zu schnüren: Gehalt, Urlaubstage, Homeoffice, Weiterbildung, Firmenwagen, flexible Zeiten. Je mehr Stellschrauben du identifizierst, desto mehr Spielraum hast du.

Versetze dich in die Lage der Gegenseite: Was sind deren Ziele, Interessen, Sorgen? Welche Zwänge hat sie (Budget, Unternehmensrichtlinien, Zeitdruck)? Je besser du die Perspektive deines Gegenübers verstehst, desto gezielter kannst du Argumente formulieren, die für beide Seiten überzeugend sind. Recherchiere Informationen und Fakten: Was sind marktübliche Gehälter in meiner Branche und Region? Welche Konditionen bieten Wettbewerber? Plattformen wie die Jobbörse der Arbeitsagentur oder Branchenverbände liefern wertvolle Daten.

Bereite deine Argumente vor – am besten schriftlich. Warum verdiene ich mehr Gehalt? Welche messbaren Erfolge habe ich erzielt? Welche zusätzlichen Aufgaben habe ich übernommen? Nutze konkrete Zahlen, Projektbeispiele, Kundenfeedback. Denke auch an Szenarien: Was, wenn mein Gegenüber sofort ablehnt? Was, wenn sie ein Gegenangebot macht? Was, wenn sie mich nach meiner Gehaltsvorstellung fragt? Wer mehrere Reaktionsmöglichkeiten durchdacht hat, bleibt im Gespräch flexibel und wirkt professionell.

  • Ziele und Prioritäten klar definieren: Was ist unverzichtbar, was verhandelbar?
  • Eigene Interessen ehrlich klären – nicht nur oberflächliche Positionen festlegen
  • Perspektive der Gegenseite einnehmen: Was bewegt sie, welche Einschränkungen hat sie?
  • Fakten recherchieren: Marktdaten, Gehaltsstudien, Branchenbenchmarks als objektive Basis nutzen
  • BATNA und Schmerzgrenze festlegen: Ab wann lehne ich ab? Was ist meine beste Alternative?
„Gute Verhandlungen enden nicht mit Gewinnern und Verlierern, sondern mit Partnern, die gemeinsam mehr erreicht haben.“— Maik Marx, plangenial

Verhandlungstechniken, die wirklich funktionieren

Gute Vorbereitung allein reicht nicht – im Verhandlungsgespräch selbst kommt es auf die richtigen Techniken an. Eine der mächtigsten ist das aktive Zuhören: Höre wirklich zu, was dein Gegenüber sagt – nicht nur oberflächlich, sondern mit echtem Interesse. Aktives Zuhören zeigt Wertschätzung und deckt verborgene Interessen auf. Nutze offene Fragen wie „Warum ist Ihnen dieser Punkt wichtig?“ oder „Was würde Ihnen helfen, hier eine Lösung zu finden?“ – so erfährst du mehr über die Motive der anderen Seite.

Paraphrasieren ist ebenfalls Gold wert: „Habe ich das richtig verstanden, dass Ihnen vor allem die Planungssicherheit wichtig ist?“ Das zeigt, dass du zugehört hast, vermeidet Missverständnisse und schafft Vertrauen. Unterschätze auch die Kraft des Schweigens nicht: Nach einer Forderung oder einem Angebot einfach schweigen – und die andere Seite reagieren lassen. Viele Menschen füllen die Stille und geben dabei mehr preis, als sie eigentlich wollten.

Beim Anker setzen machst du das erste Angebot – und prägst damit den Verhandlungsrahmen. Studien zeigen, dass der Anker einen starken psychologischen Effekt hat: Die Verhandlung dreht sich dann oft um diesen Ausgangspunkt. Deshalb: Setze deinen Anker ambitioniert, aber realistisch. Wenn du zum Beispiel 60.000 Euro Jahresgehalt anstrebst, könntest du mit 65.000 Euro in die Verhandlung starten – so hast du Spielraum für Konzessionen. Konzessionen solltest du immer schrittweise machen, nie alles auf einmal. Und nutze die Wenn-dann-Technik: „Wenn Sie mir mehr Homeoffice-Tage ermöglichen, bin ich bereit, bei der Gehaltserhöhung flexibel zu sein.“

Weitere bewährte Techniken sind die Salamitaktik (scheibchenweise vorgehen, nicht alles auf einmal auf den Tisch legen) und – bei Teamverhandlungen – das klassische „Good Cop, Bad Cop“-Spiel. Auch Deadlines können Druck erzeugen und Entscheidungen beschleunigen – aber Vorsicht: Künstlicher Zeitdruck kann auch nach hinten losgehen und Misstrauen säen. Setze Techniken also immer mit Bedacht und Authentizität ein. Wenn du mehr über strategische Kommunikation und Selbstdarstellung lernen möchtest, kann dir ein individuelles Coaching gezielt weiterhelfen.

  • Aktives Zuhören & offene Fragen: Verstehe die wahren Interessen deines Gegenübers
  • Paraphrasieren: Wiederhole in eigenen Worten, um Verständnis zu zeigen und Missverständnisse zu vermeiden
  • Schweigen als Werkzeug: Nach einer Forderung Pause lassen – die andere Seite wird reagieren
  • Anker setzen: Erstes Angebot prägt die Verhandlung – setze ihn bewusst und ambitioniert
  • Konzessionen schrittweise: Gib nie alles auf einmal nach, sondern Stück für Stück mit Gegenleistung

Typische Verhandlungsfehler – und wie du sie vermeidest

Viele Verhandlungen scheitern an vermeidbaren Fehlern. Fehler Nummer eins: Mangelnde Vorbereitung. Wer ohne klare Ziele, Argumente und BATNA in die Verhandlung geht, verliert schnell die Kontrolle. Fehler zwei: Zu früh nachgeben – aus Angst, unsympathisch zu wirken. Fehler drei: Nur auf die eigene Position starren, statt die Interessen der Gegenseite zu erkunden. Fehler vier: Emotionen übernehmen lassen – persönlich werden, beleidigt reagieren. Trenne Sache und Person. Fehler fünf: Das erste Angebot sofort annehmen – damit signalisierst du, dass du mehr erwartet hättest. Verhandle immer, auch wenn das Angebot gut ist. Wer diese Fehler kennt und bewusst vermeidet, verhandelt bereits deutlich erfolgreicher.

Gehaltsverhandlung: Konkrete Strategien für deinen Erfolg

Die Gehaltsverhandlung ist für viele die wichtigste und zugleich heikelste Verhandlungssituation im Berufsleben. Hier entscheidet sich, wie du deine Leistung bewertest – und wie andere sie bewerten. Viele Menschen gehen unsicher oder schlecht vorbereitet in Gehaltsverhandlungen – und verschenken dadurch bares Geld. Dabei lässt sich mit der richtigen Strategie fast immer mehr herausholen. Beginne mit gründlicher Recherche: Was verdienen Menschen in vergleichbaren Positionen, Branchen und Regionen? Nutze Gehaltsportale, Branchenumfragen, Netzwerke – oder frage direkt bei Berufsverbänden oder der IHK nach.

Kenne deinen Selbstwert: Welche Erfolge hast du erzielt? Welche Projekte hast du verantwortet? Welche Zusatzqualifikationen hast du erworben? Hast du Kosten gespart, Umsatz gesteigert, Prozesse optimiert? Bereite konkrete Beispiele und messbare Ergebnisse vor – Zahlen überzeugen mehr als vage Aussagen. Überlege dir auch den richtigen Zeitpunkt: Bei der Einstellung, im Jahresgespräch, nach einem erfolgreichen Projekt oder wenn sich dein Aufgabenbereich erweitert hat.

Nenne im Gespräch eine konkrete Zahl, keinen Bereich. Wer sagt „zwischen 50.000 und 55.000 Euro“ signalisiert Unsicherheit – und landet meist bei 50.000. Besser: „Aufgrund meiner Erfahrung und der Marktlage sehe ich mich bei 57.000 Euro.“ Setze den Anker hoch, aber realistisch. Begründe deine Forderung sachlich: „In meiner letzten Position habe ich das Projekt X mit einem Budget von Y geleitet und den Umsatz um Z Prozent gesteigert.“ Verweise auf objektive Gehaltsdaten oder Branchenstandards.

Nach deiner Forderung: Schweigen. Lass dein Gegenüber reagieren. Viele Menschen werden nervös und schwächen ihre Position selbst ab, indem sie sofort nachlegen („… aber ich bin natürlich verhandlungsbereit“). Akzeptiere nicht das erste Angebot – selbst wenn es gut klingt. Zeige Wertschätzung, aber verhandle: „Das ist ein interessantes Angebot. Ich hatte mir aufgrund meiner Qualifikationen etwas mehr vorgestellt. Können wir da noch etwas machen?“ Denke ans Gesamtpaket: Wenn das Gehalt wenig Spielraum hat, verhandle über Boni, Urlaubstage, Weiterbildung, Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge. Halte die Einigung am Ende schriftlich fest – im Arbeitsvertrag oder einer Zusatzvereinbarung.

  • Marktgerechte Recherche: Kenne die üblichen Gehälter in deiner Branche, Region und Position
  • Konkrete Zahl statt Bereich: „Ich sehe mich bei X Euro“ wirkt selbstbewusster als „zwischen X und Y“
  • Begründung mit Fakten: Erfolge, Projekte, Zahlen – objektive Argumente überzeugen
  • Nach Forderung schweigen: Lass dein Gegenüber reagieren, verteidige dich nicht sofort
  • Gesamtpaket verhandeln: Gehalt, Benefits, Entwicklungsmöglichkeiten – nutze alle Stellschrauben

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen distributiver und integrativer Verhandlung?

Distributive Verhandlung bedeutet, einen festen „Kuchen“ zu verteilen – was die eine Seite gewinnt, verliert die andere (Win-Lose). Integrative Verhandlung hingegen sucht nach Lösungen, die für beide Seiten vorteilhaft sind, indem man gemeinsam den Kuchen vergrößert (Win-Win). Das Harvard-Konzept ist die bekannteste Methode der integrativen Verhandlung und setzt auf Interessen statt Positionen.

Was ist BATNA und warum ist sie so wichtig?

BATNA steht für „Best Alternative to a Negotiated Agreement“ – also deine beste Alternative, falls die Verhandlung scheitert. Eine starke BATNA (z. B. ein anderes Jobangebot) gibt dir Verhandlungsmacht und Selbstbewusstsein. Je besser deine BATNA, desto unabhängiger bist du von dieser einen Verhandlung. Kläre deine BATNA immer vor wichtigen Verhandlungen.

Wie bereite ich mich optimal auf eine Gehaltsverhandlung vor?

Recherchiere marktübliche Gehälter für deine Position, Branche und Region. Kenne deine Erfolge und Leistungen konkret (Zahlen, Projekte, Verantwortung). Definiere dein Wunschgehalt – und setze den Anker etwas höher. Überlege dir Argumente und Alternativen (Boni, Benefits, Weiterbildung). Kläre deine BATNA: Was machst du, wenn die Verhandlung scheitert? Je besser deine Vorbereitung, desto selbstbewusster dein Auftreten.

Welche Verhandlungstechniken sind besonders wirkungsvoll?

Aktives Zuhören und offene Fragen helfen, die wahren Interessen der Gegenseite zu verstehen. Paraphrasieren zeigt, dass du zugehört hast. Schweigen nach einer Forderung lässt die andere Seite reagieren. Anker setzen prägt den Verhandlungsrahmen. Konzessionen solltest du immer schrittweise machen, nie alles auf einmal. Die Wenn-dann-Technik („Wenn Sie X, dann ich Y“) schafft Verknüpfungen und erleichtert Kompromisse.

Sollte ich in Gehaltsverhandlungen zuerst eine Zahl nennen?

Ja, in vielen Fällen ist es von Vorteil, den Anker zu setzen – also als Erste eine konkrete Zahl zu nennen. Studien zeigen, dass der Anker die gesamte Verhandlung prägt. Wichtig: Setze ihn ambitioniert, aber realistisch. Wenn du unsicher bist oder die Marktlage nicht gut kennst, kannst du auch erst eine Gegenfrage stellen: „Was sieht Ihr Budget für diese Position vor?“ In jedem Fall solltest du eine klare Vorstellung und Begründung für deine Forderung haben.

Ein persönliches Wort von Maik

Verhandlungsgeschick ist keine angeborene Gabe – es ist eine Fähigkeit, die du trainieren und systematisch aufbauen kannst. Ich erlebe immer wieder, wie Menschen durch bessere Vorbereitung, klarere Argumentation und mehr Selbstbewusstsein in Verhandlungen völlig neue Ergebnisse erzielen. Oft liegt der Unterschied nicht in deiner fachlichen Kompetenz, sondern darin, wie du sie kommunizierst und verhandelst. Das Harvard-Konzept, die BATNA, das Verständnis für Interessen statt Positionen – all das sind Werkzeuge, die dir helfen, auf Augenhöhe zu verhandeln, auch wenn die Machtverhältnisse ungleich erscheinen. Wichtig ist mir immer: Verhandeln heißt nicht, die andere Seite zu übervorteilen. Es geht darum, Lösungen zu finden, mit denen alle gut leben können – und die langfristig tragfähig sind. Denn die besten Verhandlungen sind die, nach denen beide Seiten zufrieden den Raum verlassen und die Beziehung gestärkt ist. Wenn du das nächste Mal vor einer wichtigen Verhandlung stehst – sei es um dein Gehalt, ein Projekt oder eine Beförderung –, nimm dir Zeit für die Vorbereitung. Kenne deine Interessen, deine BATNA, deine Argumente. Gehe mit Respekt und Offenheit ins Gespräch. Und vergiss nicht: Du hast das Recht, für dich und deine Leistung einzustehen. Ich glaube an dich und deine Fähigkeiten – und bin jederzeit für dich da, wenn du Unterstützung brauchst.

Maik MarxDein Bewerbungs- & Karriere-Coach bei plangenial

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Hinweis: Dieser Podcast wird mit KI-Unterstützung produziert. Die Stimmen von Lia und Maik Marx sind teils KI-generiert. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts-, Förder- oder Karriereberatung. Verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV: Maik Marx, plangenial – Plan Genial Unternehmensberatung, Plauener Str. 19, 13055 Berlin.

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